Was macht eigentlich ein Softwarearchitekt?

by

Als Berufsbezeichnung gebe ich "Softwarearchitekt" an. Eigentlich ist das nicht so ganz korrekt, da ich sagen müsste, dass ich als Softwarearchitekt arbeite. Denn anders als bei normalen Architekten ist dies keine Berufsbezeichnung sondern eine Aufgabe oder eine Rolle, so wie Projektleiter oder Sachbearbeiter. 

Softwarearchitekten sind IT-Spezialisten, die das Grundgerüst von Systemen, Softwaresystemen entwerfen. Auf der einen Seite nehmen sie Bedürfnisse von Nutzern der Software auf, auf der anderen Seite helfen sie dem Entwicklungsteam, bzw. dem Hersteller von Software bei der Umsetzung von Anforderungen. Sie helfen auch dabei, komplizierte Programme so zu strukturieren, dass sie einfach und leicht erweitert und gewartet werden können. Weil dies im übertragenen Sinn so ähnlich ist, wie der die Architektur von Gebäuden oder auch Städten, hat man Englischen dafür die Bezeichnung "Architect" verwendet, die wir auch in's Deutsche übernommen haben. 

In diese Rolle kommt man durch ein entsprechendes Studium oder einen vergleichbaren Berufsweg. Bei mir war es so, dass ich viele, viele Jahre als Softwareentwickler gearbeitet habe und dann in diese Position gekommen bin. Neben dem Beruf habe ich das ausgebaut und eine entsprechende Zertifizierung (sog. iSAQB) erworben, um sicherzustellen, dass meine Arbeit nachvollziehbaren Regeln und Qualitätsstandards folgt. 

Wenn wir schon mal dabei sind: Eigentlich habe ich Politikwissenschaft studiert und als Magister Artium (M.A.) abgeschlossen. Das entspricht einem heutigen Master-Grad. Wie so viele Quereinsteiger hat mich der IT-Boom der 1990er Jahre mitgezogen und gehalten. Die Verdienstmöglichkeiten und beruflichen Optionen waren (und sind) exzellent und die Dynamik der technologischen Entwicklungen ist anhaltend atemberaubend. So dass dies damals wie heute eine gute berufliche Empfehlung ist. 

Entgegen allen Vorurteilen, hat man im Bereich der Softwareentwicklung mehr mit Menschen zu tun als mit Computern und Code. Da sind einmal die Kolleginnen und Kollegen im Team, mit denen man sehr eng zusammenarbeiten muss. Und auf der anderen Seite muss man die Anforderungen von Nutzern der Software verstanden haben, was nur geht, wenn man sich auf deren Perspektive einlässt. 

Das Bild von einem Programmierer, der stundenlang zusammengesunken unter der Kapuze seine Hoodies über einem Notebook brütet und stundenlang genialen Code in die Tastatur hackt, ist eine reine Erfindung von Medien und Filmemachern. Gute Software entsteht unter diesen Bedingungen nämlich nicht. 

Wer sich noch weiter informieren möchte, kann hier weiterlesen: